Traumsymbol Skelett und seine Bedeutung: Zwischen Tod und Essenz
- Sindy

- 1. Okt.
- 10 Min. Lesezeit
Traumsymbole haben mehr als eine Wahrheit
Mein Traum war dieses mal ein Dreiteiler. Drei Träume in einer Nacht zu erinnern sind bei mir nicht selten, ich bin Traumprofi, dank epigenetisch korrekter Ernährung. Aber dies sei nur angemerkt. Schauen wir uns den Traum an:

Szene 1 "Bogenschießen": Wir waren vor einer Uni. Es gab mehrere Fortbildungen, und ich nahm an einer zum Bogenschießen teil. Als diese beendet war, ging es zur nächsten Fortbildung, das Thema dort: Kopfquetschungen und wie man diese behandelt. Ich sagte ab, da ich bei Kopfquetschungen eh nichts machen kann. Meine Emotionen: Bei den Kopfquetschungen war es eine bewusste Entscheidung und eine, die ich vor ein paar Jahren wohl so nicht getroffen hätte, aber nun war ich fähig „nein“ zu sagen. Es fühlte sich richtig an.
Szene 2 "Weinberg": Danach war ich in einen Weinberg. Die Trauben waren reif aber wurden nicht geerntet. Unter den Reben wuchs ein riesiger Teppich aus Salat und Gundermann. Ich klaute welche: Salt, Wein. Ein Vater mit seinem Kind standen am Rand des Wingerts und pflückten ebenfalls Trauben. War das ihr Winger? Oder bedienten sie sich so wie ich an en Trauben? Ich war mir sicher, dass sie mich sehen, aber sie meckerten nicht. Emotional: Darf ich das? Ist das erlaubt? Ich fühle mich wie ein Dieb, aber wenn ich mich nicht bediene, verkommt alles. Und wenn sich keiner drum kümmert, kann ich das übernehmen? Das ein Vater mit seinen Kind ebenfalls Trauben pflückten und mich nicht weiter behelligten, gab das Gefühl, dass es in Ordnung war, hier zu sein.
Szene 3 "Skelett": Dann war ich in einem Labor (?). Auf dem Tisch lag ein geöffneter Sarkophag mit einem Skelett. Und ich erkannte: Ich war dieses Skelett! Es war meines! Bei sich hatte das Skelette 100 Pfeile, das wusste ich, aber es waren nur noch 50 da. Und die Inschrift im Sarkophag lautete: „Königin der Bogenschützen“.
Emotional: Wow! Damit erwachte ich erst mal mit Gänsehaut und ich war erst mal irritiert. Mein Skelett! Das ist der Moment an dem man unterscheiden muss zwischen dem, was man im Traum gefühlt hat und dem, was man fühlt wenn man aufwacht. Und tatsächlich warne das hier zwei paar Stiefel, denn im Traum war ich sehr ruhig, fast analytisch. Als ich erkannte, dass ich da im Sarkophag lag, war mir sofort bewusst: Ich bin vor 800 Jahre gestorben und ich selbst bin jetzt in der Zukunft. Es war ein Rückblick und eine Zukunftsvision gleichermaßen, denn die Sarkophagöffnung war nicht heute, sondern in der Zukunft. Und das ließ mich im Traum den nötigen Abstand wahren. Der Titel war natürlich toll, aber dadurch das das so lange her war, fühlte es sich nicht an wie Stolz, sondern eher wie Erinnerung. Beim erwachen macht es einen trotzdem erst mal Kopfzerbrechen, aber du wirst gleich sehen, wie ich damit umgehe.
Nur du gibts die Bedeutung!
Das sind drei sehr symbolhaltige Traumbilder und NIEMAND kann mir sagen, was sie wirklich bedeuten, außer ich selbst, denn es sind meine Bilder. Und daher nehme ich dich nun mit auf eine Deutungsreise, denn ich selbst frage mich nicht „Was kann das Symbol bedeuten“, sondern: „Welche Bedeutungen kann das Symbol haben? Und was davon klingt in mir an?“
Verschiedene Brillen der Traumdeutung oder was das Traumsymbol Skelett für eine Bedeutung hat
In der klassische Traumdeutung (z.B. nach traum-deutung.de) kann man die Symbole ganz grob etwa so lesen:
„Schießen“ / Bogenschießen: Das „Schießen“ symbolisiert spirituell Energie und Kraft, und den Drang, diese kontrolliert einzusetzen. In klassischer Lesart würde man sagen: Ich versuche, meine Energie zu fokussieren (z. B. einen „Pfeil“ ins Ziel zu bringen).
Kopfquetschung / Kopfverletzung, dass wird dort zu Knochen / Skelett / Struktur: diese weisen darauf hin, dass mein Leben mehr Struktur braucht oder alte Strukturen hinterfragt werden sollten. In der klassischen Deutung wäre eine „Kopfverletzung“ ein schlechtes Zeichen, ein Hinweis auf mentale Belastung, geistige Überforderung, Unklarheit oder seelischen Schmerz (oft mit Angst verbunden).
Ablehnen der Fortbildung über Kopfquetschungen könnte anzeigen, dass ich mich weigere mich, mit inneren Schäden auseinanderzusetzen.
Trauben: Trauben sind ein klassisches Symbol für Fruchtbarkeit, Ertrag, Gesundheit. Reife Trauben deuten auf eine gute körperliche Verfassung, auf Erfolg und mögliche Belohnung hin. Wenn man Trauben sieht, ohne sie zu ernten, kann das als Hinweis auf ungenutzte Chancen interpretiert werden. Hier kann man tiefer abtauchen:
Rebe / Weinberg: Reben stehen für Wachstum, Ausdauer, Ergebnis eines Projekts. Volle, schwere Trauben an Reben bedeuten oft: reicher Lohn, guter Ertrag, aber oft nach harter Arbeit. Das Bild eines ungeernteten Weinbergs kann klassisch als Warnung gelten: Ich lasse Erträge ungenutzt, investiere, aber hole nicht den versprochenen Gewinn.
Weinlese / Ernte: Ein klassisches Bild für Belohnung, Lebensfreude, aber auch für das Ernten dessen, was man gesät hat. Wird die Ernte jedoch schlecht oder gar nicht ausgeführt, so liegt eine Warnung vor, meine Kräfte zu verschwenden oder jemand könnte mir etwas wegnehmen.
Hierrunter fallen auch das „Klauen“ von Ernte (Salat etc.): Das ist etwas schwieriger, denn hier muss man in der klassischen Deutungsrahmen unter „Beute“ oder „Diebstahl“ nachlesen.
„Beute“ im Traum steht häufig für immaterielle Güter wie Fähigkeiten, Talente oder Ressourcen , die ich mit aneigneoder bereits an mich ziehe. Ich beziehe mir heimlich Wissen, Kraftquellen, oder Dinge, die mir „zustehen“. Es könnte auch ein Hinweis auf moralische Zwiespältigkeit sein (nehme ich etwas, das mir nicht zusteht?). Wichtig auch: Andere, die ebenfalls Trauben pflücken: Hier muss man auf Symbole wie „Mitmenschen“ oder „Kontrahenten“ als Traumsymbol zurückgreifen. Und da sieht man wieder, wie beim "Klauen" , dass es schwierig wird, wenn man nicht das passende Traumsymbol findet, denn so steht es für jemand mit mir m denselben Ertrag oder denselben Schatz konkurriert. Dass sie mich sehen könnten, aber nicht protestieren, könnte dann gelesen werden als: bisher gibt es keine offene Konfrontation.
Hier muss ich sagen: Das war überhaupt nicht das, wie sich der Vater und Sohn angefühlt hat.
Skelett / Gerippe: Als Traumsymbol hat das Skelett oft die Bedeutung des Todes, des Endes, des Vergänglichen. Gleichzeitig heißt es: Das Erscheinen eines Skeletts kann eine Aufforderung sein, sich selbst zu verändern, sein Leben zu überdenken. In manchen Versionen der klassischen Traumdeutung wird gesagt: Wenn man sich selbst als Skelett sieht, sorgt man sich „grundlos“ oder unterdrückt Ängste, die sich in Rohform zeigen. Hier gehört auch Leiche / Toter zu den Traumsymbolen: Eine Leiche oder ein Toter im Traum symbolisiert oft einen Teil meiner Persönlichkeit, der „tot“ oder vergessen ist, der wieder ans Licht kommen will.
Pfeile / Geschose: insbesondere wenn man beschossen wird, stehen Pfeile oft für gezielte Verletzungen, Angriffe oder wiederkehrende Belastungen. Wenn man Pfeile besitzt, könnten sie in klassischer Deutung für Ressourcen oder Fähigkeiten stehen, die mir zur Verfügung stehen.
Inschrift „Königin der Bogenschützen“: Ha! Das ist eher selten in klassischem Symbollexikon zu finden, denn Titel und Inschrift, einzelne Worte, Sätze oder Wortfragmente sind oft sehr individuell. Ich freue mich immer wenn ich so was im Traum habe, denn hier weißt ich: Diese Botschaft ist nur für mich! In klassischer Deutung würde man den Titel als Hinweis auf innere Macht, Herrschaft, Autorität lesen oder als Wunschbild, das mein Inneres mir zuweist.
Vielleicht wirst du bei dem einen oder anderen Traumsymbol gedacht haben: "Das kann doch sein, dass dem so ist und das genau das bedeutet". Und ja, du hast recht, es kann sein und es ist auch nicht die Frage ob das sein kann oder nicht, sondern ob du dieses Deutung annimmst und mir ihr weiterarbeiten willst. Aber nochmal einen Schritt zurück.

Das Ergebnis der Klassische Gesamtdeutung
Wenn man alle drei Teile zusammenführt und sie nach den klassischen Traumdeutungsregeln liest, könnte man sie folgendermassen deuten:
Ich stehe an einem Scheidepunkt: Ich habe Fähigkeiten (Bogenschießen, Energiesteuerung), die ich teils nutze, teils ablehne (Kopfverletzungen). Ein Teil meines Potenzials (Weinberg / Trauben) liegt unerschlossen oder ungenutzt. Ich greifst heimlich zu, während andere vielleicht dasselbe tun. Konkurrenz ist bestimmend, aber noch nicht offen. Schließlich zeigt mir ein endgültiges Bild: mein eigener Kern, ein Skelett mit Pfeilen, Teilbereich meines Wesens, von Schicksal, Vergänglichkeit und Ressourcenschutz durchdrungen. Der Titel „Königin der Bogenschützen“ fungiert im klassischen Rahmen als Hinweis, dass ich zur Herrschaft über meine Mittel und Kräfte berufen bin, auch wenn ich bereits Kämpfe ausgefochten habe (Pfeile fehlen).
In klassischer Sicht würde man aus dem Traum sowohl Warnungen als auch Hoffnungen extrahieren:
Warnungen: Ich lasse Erträge ungenutzt. Feinde oder Rivalen könnten dir etwas nehmen (andere ernten, Konkurrenz im gleichen Feld). Innere Verletzungen (Kopf, Struktur) drohen, wenn ich mich nicht schütze. Und Dinge, die ich heute habe, könnten morgen weg sein (Skelett, Verlust von Pfeilen).
Hoffnungen / Positives: Ich verfüge über innere Ressourcen (Pfeile, Titel).–Das Potenzial zur Ernte ist da, wenn ich mich anstrenge, Die Mahnung zur Selbsterkenntnis ist das Skelett, das mich auffordert, zu schauen, was wirklich übrig bleibt, was stabil ist, was transformiert werden muss. Und Meisterschaft sind möglich (Königin, Bogenschützin).
Gefällt mir die klassische Traumdeutung?
Ob sie mir gefällt ist man wieder nicht die Frage, sondern: Kling was an? Teilweise. Aber auch hier bin ich vorsichtige, denn klassische Traumdeutung neigt stark zu Omen, zu „Warnung“ und moralischen Bewertungen („du nimmst etwas Unrechtes“). Aber meine Sicht hebt eher die Fragen hervor und die Themen, die bei mir anklingen.
Klassische Deutungen sind oft eindimensional (z. B. Skelett = Tod) und vergessen die Vielschichtigkeit und Ambivalenz eines Traums (etwas die Timeline die ich beim Betrachten des Skeletts verspürt haben) und berücksichtigen auch nicht, dass innerhalb einer Traumnach mitunter mehrere Träume einfließen, die aber alle nahezu immer zusammenhängen. Also würde das Gehirn in dieser Nacht einen Aspekt besonders integrieren wollen. Das habe ich bei mir schon unzählige male beobachtet, wenn ich mehr als einen Traum in der Nacht hatte.
Und: Mein Traum hat so viele Details und subjektive Akzente (z. B. Titel, Du selbst als Skelett), dass eine rein symbolische Lehre zu einfach wäre.
Man sieht also, dass klassische Traumdeutung einem Impulse liefern kann, aber nicht der Weisheit letzter Schluss ist.
Und Traumdeutung bei den Psychoanalytikern?
Gehen wir mal im Sch weinsgalopp andere Deutungen mit drei der Traumsymbolen exemplarische und kurz (man könnte ganze Aufsätzte darüber schreiben!) durch:
Freud: Pfeile = Libido, Triebenergie. Skelett = verdrängte Angst vor Tod / Sexualität. Titel im Sarkophag = narzisstische Wunschphantasie.
Jung: Pfeile = Archetyp der Zielgerichtetheit. Skelett = Begegnung mit dem Selbst. Titel = Initiation, Archetyp der Kriegerin.
Transpersonale / spirituelle Deutung: Skelett = Erinnerung an frühere Inkarnation. Pfeile = Lebensenergie, Intentionen. Titel = spiritueller Auftrag, Berufung.
Meine eigene Deutung (Traumintelligenz): Skelett = Essenz, unzerstörbar. Pfeile = Ressourcen, schon viele verschossen, doch Kraft bleibt. Titel = Anerkennung im Rückblick, Ehrung.
Analyse: Warum so viele Lesarten?
Und hier zeigt sich die Faszination der Träume: Sie sind Symbole und zeitlose Bilderschätze. Sie kippen, je nach Deutungshoheit ins Gute oder Schlechte und genau das ist der Knackpunkt, denn sobald mir jemand sagt, mein Traum spiegelt meine narzisstischen oder sexuellen Energie wieder (Siegmund Freud) übernimmt er die Deutungshoheit.
Welcher Deutung ich Bedeutung geben, wird mich verändern!
Denn wenn ich keine stabile Psyche haben und auch nur anfange zu zweifeln, dann frage ich mich Dinge wie: Bin ich ein Narzisst? Wie gehe ich mit meiner sexuellen Energie um usw.? Und ich gebe meine Lebenszeit und Energie in etwas, das jemand anders als Deutung auf mich legen will. Ich gebe Lebenszeit und Energie in die Deutungshoheit eine anderen Menschen über mich! Will ich das? Es ist praktisch und bequem, und einfach. Aber ich will das nicht. Ich bestimme selbst, wohin meine Energie und Lebenszeit geht. Also deute ich selbst. Denn nur ich kenne meinen Kopf, nur ich weiß was ich erlebt habe und nur ich bin auch in der Lage Bedeutung zu verleihen. Ich kann mir also anschauen, was andere dazu sagen, aber wenn ich nicht mit einen eigenen Rückgrat dastehe, falle ich in die Deutungsfalle und gebe anderen Menschen Macht über mich, indem sie mir sagen, was das bedeutet, was ich träume. Deswegen ist es aus meiner Sicht elemantar in der Traumdeutung sich abzukoppeln von den Deutungshoheiten.
Die Quintessenz meiner Traum-Dreiteilers
Die eigenen Traumintelligenz gibt Freiheit. Sie hinterlässt oft viele Fragen, aber erzeugt auch Resonanz. Wie lese ich für mich diesen Traum nun? Ich darf daraus drei Dinge ziehen:
Wahl treffen: Ich entscheidest mich bewusst für den Bogen (Fokus, Ziel) und gegen Kopfzerquetschen (mentale Überlastung, Gedankendruck, dinge die nicht zu mir passen bewusst abzulehnen).
Reife erkennen: Der Weinberg (Projekte, Potenzial) ist reif. Ich mache ihn zu meinen Eigenen und selbst der Unterbewuchs ist nährend. Du darfst nehmen, ohne Schuld.
Selbstbild anerkennen: In meinem Kern bist du die „Königin der Bogenschützen“, eine, die klare Ziele setzt und mit Präzision trifft. Auch wenn schon viele Pfeile verschossen sind, bleibt mir große Kraft. Vielleicht ist es das, was ich hinterlassen werden, und was man jetzt vielleicht noch nicht als Wert erkennt. Das ist ok. Wenn man mich in 800 Jahren so sieht, freut sich meine Familie – 20 Generationen später.
„Nicht das Symbol ist gefährlich, sondern der Anspruch, es nur einzig deuten zu dürfen.“
Wenn du deine Träume verstehen willst, geht es nicht darum, im Lexikon eine Antwort nachzuschlagen. Es geht darum, den Resonanzraum zwischen dir, dem Symbol und der Vielfalt der Deutungen zu erkunden. Genau das macht Traumintelligenz.
Traumdeutung Spezial: Wenn man den Traum mit der "Radikal ich"-Brille ließt
Wie variable solche Symbole sind, zeigt sich, wenn man den Traum auf meine zweite Arbeit als Romanautorin legt. Dann wäre der Traum der ultimative Resonanzraum zwischen mir und Conrad von Strahlenberg, der vor 800 Jahre hier an der Bergstraße gelebt hat und ein Ritter mit dem größten Weingut an der Badischen Bergstraße war. Für kurze Zeit war er sogar Mundschenk! Und was passiert dann mit dem Traum:
1. Bogenschießen / Fortbildung
Conrad als „König der Bogenschützen“ – seine Waffe ist der Bogen, nicht das Schwert.
Sein Wappen: die Pfeilspitze. Damit hat der Traum einen direkten Bezug.
Die Fortbildung: als Ritter und Knappe hat er genau das gelernt: Treffsicherheit, Disziplin, Zielen. Kopfverletzungen waren tödlich, die musste er kaum behandelt, das „lohnte“ nicht.
2. Weinberg
Conrad war Winzer, hatte Weinberge, die nicht immer genutzt wurden.
Trauben, die reif sind, aber nicht geerntet: Ein Bild seiner Zeit, seiner Verantwortung, vielleicht auch von verpassten Chancen oder von Wein, der als Statussymbol diente.
Der Salat und Gundermann darunter: die Wildkräuter der Armen, das, was neben dem Wein wuchs. Symbolisch: die Welt jenseits der Repräsentation, die einfache Nahrung des Volkes.
3. Skelett im Sarkophag
800 Jahre alt → exakt die Zeitachse, die mich mit ihm verbindet, denn der wurde 1225 zum Vogt von Hirschberg ernannt.
Das Skelett mit den Pfeilen: seine Überreste, sein Kern. Und das liegt nun jeden Abend in meiner „Schreibwerkstatt“ auf meinen Bildschirm.
Nur noch 50 Pfeile da: die Hälfte seines Potenzials verschossen, oder: das, was die Geschichte „vergessen“ hat. Die anderen 50 halte ich in der Hand: Ich gebe ihm ein zweites Leben!
Titel: König der Bogenschützen . Das könnte ursprünglich seiner gewesen sein, wie ein Ehrentitel, der in einer Inschrift festgehalten worden wäre, die vielleicht mal irgendwo auf einen Pergament stand, dass in Flammen und Rauch und den Wirren der Geschichte untergegangen ist.
Interpretation aus dieser Sicht:
Der Traum könnte wie eine Erinnerung oder Spiegelung sein: Ich sehe Bilder, die zu mir passen, aber die auch zu ihm gehören könnten. Aber vielleicht ist es gar nicht „entweder/oder“, sondern ein Mischraum: Ich erinnere mich über ihn an Teile von mir, und er „lebt“ in mir weiter, weil ich seine Geschichte schreibe.
Das macht diesen Traum zu einer Art Dialog oder Erinnerung über die Jahrhunderte und Geschichte lebendig und das ist genauso wunderschön zu lesen wie alle anderen Deutungen – außer die von Siegmund Freud.
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