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Der kleine Winkel und die große Bedeutung

  • Autorenbild: Sindy
    Sindy
  • 2. Okt.
  • 2 Min. Lesezeit

Wenn Träume dem Leben eine neue Wendung geben

Ich träumte, ich sei mit einer Gruppe in einem abgeriegelten Areal. An den Tischen wurde gebastelt, gebaut, geschraubt. Meine Aufgabe: eine Schwerlastwaage für Menschen, die über 300 Kilo wiegen. In der Hand hielt ich ein Metallwinkelstück, das viel zu klein war für das, was ich vorhatte. Mir war klar: So würde die Konstruktion nicht halten. Also änderte ich den Plan, schraubte seitlich, damit es stabil blieb. Doch dadurch lag die Waage nie ganz ebenerdig. Es blieb ein Spalt zum Boden.


Schwerlast-Winkelverbinder
Ein Winkelverbinder als Traumdetail und plötzlich steht man vor der Frage des Lebens.

Bedeutung von Traumdetails für das Leben

Eine Schwerlastwaage ist ein starkes Symbol für Tragfähigkeit – für Systeme, die auch das Schwerste aushalten sollen. Der kleine Winkel stand für meine begrenzten Mittel. Und doch fand ich eine Lösung. Nicht perfekt, aber tragfähig.

Soweit die klassische Deutung. Doch dieses Mal stolperte ich über etwas anderes:


Warum erinnere ich mich genau an dieses Winkelstück?

Mein Gehirn hätte unzählige andere Traumbilder auswählen können. Aber es entschied: Dieses Detail bleibt. Noch bevor ich bewusst entscheide, was ich erzähle, filtert mein Gedächtnis und hebt genau diesen Winkel hervor.


Der Wahrnehmungsfilter im Schlaf

Hier beginnt die spannende Frage: Wer entscheidet, was hängenbleibt?

Im Traum sind es unbewusste Filter. Unser Gehirn verschaltet die Erfahrungen des Tages: Der präfrontale Cortex tritt zurück, Hippocampus und Amygdala übernehmen. Dort, im emotionalen Zentrum, bekommen Gedanken und Eindrücke Gewicht. Wir können diesen Prozess nicht direkt steuern, aber wir können ihn beeinflussen. Mit guter Ernährung, klaren Nährstoffen, einem Gehirn, das vernetzt denkt, entstehen mehr Verbindungen, mehr Bedeutungen.

Doch die Auswahl selbst trifft nicht das bewusste Ich. Im Alltag richtet mein Fokus den inneren Scheinwerfer. Im Traum entscheidet mein Unterbewusstsein. Ob ich mich erinnere oder nicht, hängt davon ab, wie stark etwas emotional aufgeladen wurde.


Meine persönliche Botschaft aus dem Traum

Das Winkelstück sagt mir: Meine Mittel sind begrenzt, aber ich finde trotzdem einen Weg. Nicht mit Frust, sondern mit der Haltung, die ich auch im Traum verspürte, denn ich dachte: Okay, diese Challenge nehme ich an. Denn ich weiß, dass es anderen helfen kann.

So bekam das kleine Metallstück Bedeutung. Nicht erst durch meine bewusste Deutung, sondern schon vorher, im Schlaf, durch die Gewichtung meines Unterbewusstseins.


Die Frage des Lebens: Wer bestimmt den freien Willen?

Und hier öffnet sich eine der größeren Frage überhaupt: Wenn Bedeutung nicht erst in meinem Bewusstsein entsteht, wenn ich nicht selbst bewusst entscheiden kann, wem ich Bedeutung gebe, sondern das schon im Traum passiert, unbewusst, wer entscheidet dann wirklich, was wichtig ist?

Bin ich es? Mein Gehirn? Mein Wesenskern? Die Antennen, die uns mit Gott und dem Universum verbinden? Oder gibt es ein unbewusstes Bereitschaftspotenzial, das in den1980ern Benjamin Libet für das Wachbewusstsein gezeigt hat? Vielleicht liegt genau darin die Magie: Bedeutung beginnt viel früher, als wir denken und begleitet uns, bevor wir sie bewusst erkennen.


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